TREND Automotive: Das Autokino

| |
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Mit Augmented Reality kommt ganz großes Kino in die Fahrzeuge. Den Film dazu liefern Sensoren, Kameras, Navi und GPS.

Head-up-Displays (HUD), die bisher nur den Tachomerter und Navigationspfeile auf die Frontscheibe projiziert haben, werden erwachsen. Augmented Reality (AR) heißt die Technik, mit der ein Projektor Grafiken wie etwa den Abbiegepfeil des Navigationssystems auf die Windschutzscheibe wirft, die so aussehen, als wären es Markierungen auf der Straße. Hinweise von Fahrerassistenzsystemen wie Spurverlassenswarnung oder automatische Abstandsregelung rückt das AR-HUD situationsgerecht und passgenau ins Blickfeld. Die Basis hierfür liefert die Digital-Micromirror-Device-Technologie (DMD), wie sie auch bei digitalen Kinoprojekten Verwendung findet.

Man könnte damit auch Filme ansehen oder etwa E-Mails lesen. Die Funktionen werden aber erst in selbstfahrenden Autos zur Verfügung stehen. Bis dahin stehen Sicherheit und Komfort im Vordergrund.

So sieht in der neueste HUD-Generation von Continental der Fahrer, welches vorausfahrende Fahrzeug von seinen Bordsystemen erkannt wird. Diese unmittelbare optische Bestätigung ist eine wichtige Rückmeldung, die in Zukunft für mehr Akzeptanz hinsichtlich des automatisierten Fahrens sorgen soll. Das System zeigt dem Fahrer an, welche Fahrzeuge, Objekte und/oder Fahrbahnmarkierungen erkannt werden und welche Fahrstrategie daraus abgeleitet wird. Ein automatisierter Überholvorgang kann beispielsweise per Spurmarkierung angekündigt werden. Serienreife erwartet Continental in 2017.

Die transparente Motorhaube von Jaguar Land Rover (Grafik Jaguar).
Die transparente Motorhaube von Jaguar Land Rover (Grafik Jaguar).

Auch Jaguar Land Rover setzt in Zukunft auf eine „virtuelle Windschutzscheibe“. Eine hohe Auflösung soll dann besonders realistische Darstellungen ermöglichen. Wer mit dem Jaguar F-Type unterwegs ist, bekommt je nach Strecke die Ideallinie, Sehenswürdigkeiten oder Orientierungskoordinaten eingeblendet. Offroader sollen in Zukunft bei waghalsigen Steilfahrten durch das Blech der Motorhaube sogar den Boden sehen können. Die Projektion einer Frontkamera auf die „Virtuelle Windshield“ wird es möglich machen – allerdings erst in ein paar Jahren.

Head-up Displays – der Markt

Aktuell bieten weltweit zehn Automobilhersteller in insgesamt 19 Fahrzeugmarken ein Head-up-Display als Option an. Das weltweite Volumen verbauter Head-up-Displays schätzt Continental für das laufende Jahr auf rund 1,5 Millionen Einheiten. Bis 2018 soll es sich mehr als verdreifachen. Laut Marktbeobachtern wird der HUD-Markt bis 2018 die Milliardengerneze knacken.

Im Bereich Head-up-Displays ist Continental Komplettanbieter. Neben Frontscheiben-Head-up-Displays, die das über der Motorhaube schwebende Bild über die Frontscheibe realisieren, startet Continental 2015 die Serienproduktion für sogenannte Combiner Head-up Displays. Diese bieten sich vor allem für Mittelklassefahrzeuge an. Anstatt der eigens angepassten Frontscheibe wird dabei eine kleine separate Scheibe als Spiegelfläche genutzt. Continental geht davon aus, dass sich der HUD-Markt bis zum Jahr 2018 zu gleichen Teilen zwischen Frontscheiben-HUD und Combiner-HUD aufteilen wird.

Continental Augmented Reality

Die Augmented Reality HUDs von Continental zeigen dem Fahrer, welches vorausfahrende Fahrzeug von seinen Bordsystemen erkannt wird. (Bild Continental)