Mercedes mit eingebautem Zebrastreifen

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Führerlose Fahrzeuge locken Fußgänger mit Zebrastreifen auf die Strasse. Das wird zwar nicht morgen passieren, aber übermorgen könnte es so weit sein.

„Das begehrteste Luxusgut im 21. Jahrhundert werden privater Raum und Zeit sein“, sagte unlängst Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender derDaimler AG. Im 20. Jahrhundert war das noch vielfach ein schneller Oberklassewagen, müsste man hinzufügen. Kein Wunder also, dass Mercedes, BMW und Co. von der „Freude am Fahren“ zunehmend auf die „Bequemlichkeit des Beifahrens“ umschwenken. Weg vom Rausch der Pferdestärken, hin zum rollenden Wohnzimmer.

So kommt das neue autonom fahrende Konzeptfahrzeug „F 015 Luxury in Motion“ von Mercedes-Benz mit einem Interieur-Konzept, das drehbare Lounge-Chairs vorsieht, die eine Vis-à-Vis-Konstellation der Sitze ermöglichen. Auf ihnen wird geplaudert, entspannt oder auch gearbeitet, während der unsichtbare Chauffeur den Wagen durch Stau, Smog und Regen lenkt und seine Befehle via Gesten oder Augenbewegungen erhält.

Lounge-Atmosphäre im F 015. (Bild: Daimler).
Lounge-Atmosphäre im F 015. (Bild: Daimler).

Für die Kommunikation nach außen sorgt auch der „Chauffeur“. Blaue LEDs am Kühlergrill signalisieren, ob das Auto gerade selbst fährt oder von einem Menschen gesteuert wird. Wie diese Information von einem Fußgänger zu bewerten wäre, bleibt dahingestellt. Klarer wird es da schon, wenn der Mercedes durch einen Laser einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn projiziert und so zum sicheren Überqueren der Strasse auffordert.

Natürlich dringt ähnliches auch aus den Labors von BMW, Audi und Co. Versuchsfahrzeuge fahren bereits lange Strecken ohne Hand am Steuer auf Überlandstraßen oder suchen sich Parklücken in Parkhäusern. Audi will im kommenden Jahr den neuen Q7 wenigstens ein „bisschen“ autonom fahren lassen und auch Mercedes-Modelle sollen in naher Zukunft teilweise ohne Fahrer auskommen.

Noch geht es aber hauptsächlich um die technologische Vorherrschaft. Geld verdient wird erst einmal im Bereich der Assistenzsysteme. Dort sorgen auch selbst parkende Autos oder Stauassistenten schon für Milliardenumsätze. Vollkommen autonom fahrende Automobile werden dann allerdings große Veränderungen für die gesamte Automobilbranche bringen. Zum einen, weil sie es mit branchenfremden Akteuren wie etwa Google zu tun hat, aber auch, weil neue Konzepte mit den „Autonomen“, etwa im Carsharing-Bereich, riesige, neue Potenziale versprechen.

http://www.mercedes-benz.com

 

Mercedes F015

Autonome Fahrzeuge mit einem Blick für die "Schwächeren". (Bild: Daimler).