Industrie 4.0? IoT? Nie gehört.

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Wer hätte das gedacht? Das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 sind in der Bevölkerung nahezu unbekannt. Und das, obwohl Unternehmen und Politik keine Gelegenheit auslassen, auf die immense Wichtigkeit dieser Entwicklungen hinzuweisen.

Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 beflügeln die Phantasien von Politik, Unternehmen und Händlern. Doch leider ist die Euphorie nicht auf den Anwender übergesprungen. Der kann mit den Begriffen nämlich wenig bis nichts anfangen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Deutschen Telekom.

Von Industrie 4.0 haben bislang nur 18 Prozent der Befragten jemals gehört. Noch schlechter sieht es beim Internet der Dinge aus. Nur 12 Prozent kennen den Begriff. Zwar steigt der Wert mit besserer Schulbildung, doch selbst Fachhochschulreife oder höher führten nur zu einer „Wiedererkennungsrate“ von etwa 25 Prozent (IoT: 23 Prozent, Industrie 4.0: 26 Prozent). Und wer die Begriffe kennt, weiß nicht unbedingt auch was sie bedeuten.

Immerhin scheinen wenigstens private Anwendungen aus den Bereichen bei der Bevölkerung angekommen zu sein. 86 Prozent haben von intelligenter Haustechnik, die über Smartphones oder Tablets gesteuert wird, gehört. Nur noch 42 Prozent wissen jedoch, dass Heizungen auch selbständig die Temperatur regeln können. Dafür sind selbstfahrende Autos (72 Prozent), 3D-Drucker (67 Prozent) und Telemedizin (62 Prozent) einem breiteren Publikum bekannt.

Wenig bekannt und wenig nützlich

Einen persönlichen Nutzen sehen darin jedoch deutlich weniger Verbraucher. Am meisten verspricht man sich noch von Smart-Home-Anwendungen. Allerdings möchten 42 Prozent der Befragten nicht, dass registriert wird, wann sie zu Hause sind und wann nicht. 38 Prozent wollen ihre Heizung selbst einstellen, und etwa ein Viertel hat Angst, dass die Daten in falsche Hände geraten könnten.

Die Werbung von Unternehmen und Politik für eine vernetzte Zukunft zeigt allem Anschein nach bisher wenig Wirkung. Dabei prognostizierten die Experten von McKinsey dieser Tage einen wirtschaftlichen Mehrwert von IoT im Jahr 2025 auf weltweit bis zu 11,1 Billionen Dollar. Dabei sollen 90 Prozent des gesamten Mehrwerts Unternehmen, die IoT-Anwendungen nutzen, und Verbrauchern zu Gute kommen. Etwa durch günstigere Preise oder Zeitersparnis. Doch da scheint noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten zu sein.

Repräsentative Umfrage im Auftrag der Deutschen Telekom (PDF)

McKinsey Studie: The Internet of things: Mapping the value beyond the hype

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The euphoria for the Internet of Things and Industry 4.0 hasn't made its way to the user, who doesn't know what to make of the terms. That is what a representative survey commissioned by Deutsche Telekom shows. (Image: pixabay).