Nicht ganz so fitte Fitnesstracker

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Gesünder und fitter durch Wearables – das trifft zumindest auf den Markt für Fitnesstracker zu. Ob die Käufer mit ähnlich positiven Wirkungen rechnen können, hat nun eine neue Studie herausgefunden.

Die Zahl und Vielfalt an Wearables wächst ständig. Besonders Fitness-Wanzen, die Schlaf, Bewegung oder Ernährung aufzeichnen und Aktivitäts-Tracker für Sport und persönliches Coaching belagern zunehmend Kleidungsstücke und Handgelenke. Nach einer repräsentativen Umfrage des Bitkom bei derzeit fast einem Drittel der Bundesbürger ab 14 Jahren.  Wie genau die Geräte aber tatsächlich messen und wie sinnvoll damit eine effiziente Trainingssteuerung für Athleten und Alltagsanwender überhaupt ist, hat nun eine erste Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gezeigt.

Sportler optimieren schon seit längerem ihr Training mit Leistungsdaten wie Herzfrequenz oder maximale Sauerstoffaufnahme. Diese Daten liefern tragbare Mini-Computern mit den entsprechenden Sensoren. Was für einen Olympiasieg gut ist, kann aber auch in der Freizeit gute Dienste tun. So hat der Wearable-Trend mittlerweile die gesamte Sport- und Freizeitbranche erfasst.

Gemäß den jüngsten Zahlen von IDC legte das globale Liefervolumen für die „Tragbaren“ letztes Jahr um über 160 Prozent auf nun 76 Mio. Einheiten zu. Bis 2019 soll sich diese Menge mehr als verdoppeln.

Die Nachteil an so schnell wachsenden Märkten ist leider, dass viele Produkte mit heißer Nadel gestrickt werden. So bescheinigte Stiftung Warentest unlängst nur zwei von zwölf Fitnessarmbändern gute Praxistauglichkeit. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Sportwissenschaftler der Uni Würzburg. Auch sie monieren ungenaue Ergebnisse, etwa bei der Herzfrequenzmessung.

Brustgurt gegen LED

Dabei machte der klassische Brustgurt noch die beste Figur, während die optische Messung am Arm noch in den Kinderschuhen steckt. Bei dieser Messmethode strahlen LEDs auf die Haut und durchdringen Gewebe und Blutgefäße. Das Licht wird dabei absorbiert, transmittiert oder reflektiert. Die zwischen den LEDs sitzende Linse nutzt das reflektierte Licht, das je nach Blutmenge in einem Herzzyklus unterschiedlich ist, um den Puls abzuleiten.

Die meisten am Markt verfügbaren Geräte beschränken sich darauf Herzfrequenz, Schlafaktivität, Dauer, Distanz, Geschwindigkeit und Höhenunterschiede aufzuzeichnen. Nächsten Generationen werden auch das allgemeine Befinden oder etwa Infektionskrankheiten ihres Trägers erkennen.

Natürlich sind Fitnesstracker für 100 Euro keine mobilen sportmedizinischen Labore. Der Anspruch ist auch ein anderer. Hobby-Sportler werden auch ohne hohe Messgenauigkeit ihre Freude an den verfügbaren Geräten haben. Vergessen sollte man dabei allerdings nicht, dass einer neuen Studie der kanadische Non-Profit-Organisation Open Effect in Kooperation mit der Universität von Toronto zufolge bei fast allen getesteten Trackern zum Teil erhebliche Datenschutzprobleme vorliegen.

Fitnesstracker Pixabay Gerd Altmann

Sportwissenschaftler wollten herausfinden, wie genau aktuelle Fitnesstracker den Herzschlag messen.(Bild: Pixabay/Gerd Altmann).