Bezahlbares Elektromobil dank Industrie 4.0

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Elektroautos müssen nicht zwangsläufig teuer sein. Der e.GO Life aus Aachen beweist, dass mit modernsten Entwicklungs- und Produktionsmethoden besonders kostengünstige Kleinserienproduktionen gelingen.

Aachen scheint sich zum elektromobilen Zentrum in Deutschland zu entwickeln. Den Anfang machte der „Street Scooter“ – ein vollelektrisches Nutzfahrzeug für die Postzustellung. Er ist mittlerweile bei der Deutschen Post DHL Group als Spezialist für die „letzte Meile“ bundesweit im Einsatz. Der Post gefiel das Fahrzeug so gut, dass sie es erst einmal für sich alleine haben wollte und 2014 die StreetScooter GmbH übernahm. Dieses Jahr sollen schon rund 2.000 Stück vom Band rollen, ab dem 4. Quartal auch für „nichtgelbe“ Kunden.

Die Väter des Kleintransporters waren die beiden RWTH-Professoren Günther Schuh und Achim Kampker. Nach dem Verkauf schied Professor Schuh als Streetscooter-Geschäftsführer aus und gründete erneut am RWTH Aachen Campus die e-Go Mobile AG.

Mit dem e.GO Life soll ab Frühjahr 2018 das erste Modell als kompaktes City-Elektromobil mehrköpfige Haushalte als Zweit- und Drittfahrzeug unterstützen oder in der „Flotte“ seinen Dienst tun. Schon nächstes Jahr werden 100 Primotypen gefertigt, davon gehen 75 an Beta-Tester.

In der Grundausstattung mit zwei Sitzen kostet City-Flitzer voraussichtlich 12.500 Euro. Die teurere Variante mit Rückbank und zwei zusätzlichen Batterien (vier sind serienmäßig) kommt auf 13.900 Euro. Damit schafft man dann eine Reichweite von etwa 120 Kilometern.

Schlanke Entwicklung für leichtes Elektromobil

Wie der TWIZY von Renault unterliegt auch das neue Elektromobil aus Aachen der neuen EG-Richtlinie L7e für Kleinfahrzeuge. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h, die Fahrzeugbreite auf 1,50 Meter limitiert. Auch dadurch bleiben die Entwicklungskosten für das seriennahe Fahrzeug am RWTH Aachen Campus unter 30 Millionen Euro.

Hauptgrunde dafür ist aber ein hochiterativer Entwicklungsprozess, wie das aus der Softwareentwicklung bekannte Scrum-Verfahren. Wesentliche Anforderungen und Lösungsansätze sind dabei zu Beginn noch unklar und werden erst durch Zwischenergebnisse ermittelt. Die Methode ist um einiges effizienter, als eine lange, abstrakte Klärungsphase am Anfang.

Der erste Prototyp des e.GO Life entstand zu 30% aus 3D-gedruckten Komponenten. Bei den Herstellungskosten erwiesen sich dann neben dem 48-Volt-Antrieb mit Großserien-E-Motoren die kunststoffbeplankte Struktur und eine konsequente Modulbauweise als wichtigste Kostendämpfer

 

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e.GO Life - Elektromobil für den Stadtverkehr

Der vollelektrische Zweisitzer e.GO Life für den geräuscharmen Stadtverkehr. (Bild: e.GO Mobile AG).