electronica Trend-Index 2020: Künstliche Intelligenz soll Denken nicht ersetzen

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Künstliche Intelligenz? Ja, bitte. Aber nur, wenn sie sich auf Assistenztätigkeiten beschränkt. Die meisten Menschen möchten smarte Elektronik in vielen Lebensbereichen nutzen, wollen die Kontrolle aber nicht vollständig abgeben. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle electronica-Umfrage unter 7.000 Teilnehmern weltweit.

Autonomes Fahren: Laut electronica Trend-Index 2020 möchte jeder zweite Deutsche die Kontrolle am Steuer nicht ganz aus der Hand geben, ist aber bereit, sich beim Fahren assistieren lassen.
Autonomes Fahren: Laut electronica Trend-Index 2020 möchte jeder zweite Deutsche die Kontrolle am Steuer nicht ganz aus der Hand geben, ist aber bereit, sich beim Fahren assistieren lassen.

63 Prozent der Deutschen halten künstliche Intelligenz in elektronischen Geräten für eine gute Idee – solange die smarten Helfer nicht allzu autonom agieren und sich darauf beschränken, dem Menschen zuzuarbeiten: 84 Prozent der Bundesbürger wünschen sich, dass intelligente Haushaltsroboter, teilautonome Fahrzeuge und Medizinelektronik den Menschen assistieren – wollen sich das Denken aber nicht von den elektronischen Helfern abnehmen lassen. Das ist ein Ergebnis des electronica Trend-Index 2020. Im Auftrag der electronica – Weltleitmesse für Komponenten, Systeme und Anwendungen der Elektronik – führte die Messe München im September in sieben Ländern eine Umfrage zum Thema „Wie die Elektronik der Zukunft das Leben der Menschen verändert“ durch. Befragt wurden je 1.000 Menschen in China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den Vereinigten Staaten.

China hat größtes Vertrauen in Artificial Intelligence

Signifikante länderspezifische Unterschiede zeigt der electronica Trend-Index beim Thema Autonomes Fahren. Das größte Vertrauen in die künstliche Intelligenz haben hier die Chinesen: 89 Prozent stehen der Möglichkeit tendenziell positiv gegenüber, dass das smarte Fahrzeug das Steuer komplett übernimmt und selbstständig zum Zielort fährt. In den USA sind es mit 62 Prozent deutlich weniger. Die Mehrheit der Deutschen und Engländer möchten beim Fahren die Kontrolle nicht vollständig aus der Hand geben, ist aber bereit, sich beim Fahren helfen zu lassen. Rund 60 Prozent der Deutschen bewerten Assistenzleistungen der Fahrzeugelektronik als positiv. Sie soll wie ein Fahrlehrer permanent den Straßenverkehr überwachen und nur dann eingreifen, wenn der Fahrer einen Fehler macht.

Ambient Assisted Living oben auf der Wunschliste

Bionische Hand: Bioelektronische Handprothesen, mit denen Patienten fühlen können, bewerten 80 Prozent der Verbraucher als positiv.
Bionische Hand: Bioelektronische Handprothesen, mit denen Patienten fühlen können, bewerten 80 Prozent der Verbraucher als positiv.

In ähnliche Richtung weisen die Umfrageergebnisse zum elektronischen Gesundheitswesen. Medizinische Elektroniklösungen haben den Segen der meisten Menschen in Deutschland. 82 Prozent der Bevölkerung befürworten elektronische Sicherheitstechnologien, die älteren Menschen ermöglichen, lange in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung zu leben. Zu den Lösungen für AmbientAssisted Living (AAL) gehören Service-Roboter, Sturzsensoren und intelligente Matratzen. Auch bionische Handprothesen, mit denen Patienten tasten und fühlen können, und sogar implantierbare Augensensoren befürworten 80 Prozent der Verbraucher. Im Ernstfall würde sich der Großteil der Befragten aber lieber bei menschlichen Ärzten unters Messer legen: Medizin-Roboter, die Operationen am Menschen durchführen, stoßen bei den Befragten auf Skepsis (53 Prozent).

Wearables stehen bei zwei Dritteln der Deutschen hoch im Kurs (67 Prozent). Die tragbaren medizinischen Geräte erfassen Vitalwerte wie Puls, Atmung, Blutzucker und Körpertemperatur in Echtzeit und werten sie aus. Elektronische Wearable-Komponenten – von Sensoren über Power-Management und Controller bis hin zur Funkeinheit – sind Gegenstand der electronica Podiumsdiskussion „WearablesforHealthcare – Components for digital medicine“ am 8. November (Halle A3, Stand 242)

Herstellerübergreifende Kompatibilität

Wichtig ist der Umfrage zufolge die Nutzerfreundlichkeit elektronischer Geräte: Die befragten Nutzer in Deutschland fordern, dass die Hardware herstellerübergreifend miteinander kompatibel sein soll (81 Prozent), selbsterklärend und intuitiv zu bedienen ist (87 Prozent), kabellos arbeitet (86 Prozent) und drahtlos Strom bezieht (81 Prozent). Außerdem sollen die Geräte über Internet-Zugang verfügen, vor Hackern geschützt sein, sich per Smartphone oder Tablet steuern und via Sprachbefehl bedienen lassen.

„Wie der electronica-Trend-Index zeigt, gibt es bei den Verbrauchern weltweit eine große Nachfrage für innovative Technik aus der Welt der Elektronik“, sagt Falk Senger, Geschäftsführer Messe München und zuständig für die electronica. „Zudem zeigt der Trend-Index, dass die Hersteller in Hinblick auf den internationalen Markterfolg elektronischer Geräte neben dem Fokus auf technischer Raffinesse auch Form und Farbe der Produkte nicht außer Acht lassen sollten.“ So wünschen sich in China 82 Prozent der Befragten ein cooles Design. In den Vereinigten Staaten sind es 70 Prozent, in Deutschland 65 Prozent und in Japan 49 Prozent.

Welche Trends und Innovationen in Zukunft tragende Rollen in der Elektronikbranche spielen werden, zeigt sich dieses Jahr auf der electronica in München: Als internationaler Branchentreffpunkt bildet die Fachmesse nicht nur das weltgrößte Produktspektrum ab, sondern bietet auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Foren und Konferenzen wie der electronica Automotive Conference und der Embedded Platforms Conference.

electronicalogo rand rot rechts dünnVollautonomes Fahren und Roboter-OPs: faszinierend oder furchteinflößend? Welche Entwicklungen der Elektronik sind für Sie besonders wichtig? Diskutieren Sie mit uns hier im Blog und erleben Sie die neuesten Technologien auf der electronica 2016!

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