Auslaufmodell Ingenieur?

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Was haben Weihnachtsmänner und Software-Entwickler gemeinsam? Ihre Jobs sind noch sicher. Anders sieht es da bei ITK-Ingenieuren aus. Deren Arbeit soll bereits heute zu 50 Prozent von Maschinen erledigt werden können. Machen Sie selbst den Test!

Weihnachtsmänner und Clowns sind auf der sicheren Seite. Zumindest solange sie nicht einem Vermummungsverbot zum Opfer fallen. Ihr Job besteht hauptsächlich aus zwei verschiedenen Tätigkeiten, die noch keine Maschine ersetzen kann. Anders beim Ingenieur der Informations- und Kommunikationstechnik (ITK). Von seinen acht wesentlichen „Aktivitäten“ sind laut dem Job-Futuromat der ARD-Themenwoche schon heute die Hälfte maschinell zu ersetzen.

Das klingt erst einmal dramatisch. Heißt aber nicht, dass tatsächlich schon bald „Robo-Ingenieure“ in Unternehmen auftauchen werden. Immerhin haben Hunderte von Studien nachgewiesen, dass die Beschäftigten und die Kultur eines Unternehmens zu den wichtigsten ökonomischen Erfolgsfaktoren gehören. Und außerdem lassen die „Blechkameraden“ erst einmal von entscheidenden Bereichen wie Arbeitsvorbereitung, Entwicklung, Konstruktion und Betriebsmitteleinsatz die Finger. Wenn es aber um Elektronik, Informationstechnik, Computertechnik, Mess-, Steuer-, Regeltechnik (MSR) oder Medientechnik geht, haben Maschinen angeblich schon die besseren Karten. Sogar bei Projektingenieuren mit Budgetverantwortung machen sie vor einem Drittel seiner Aktivitäten nicht halt.

Software schlägt Hardware

Dass es auch anders geht, zeigen die Kollegen von der Software-Entwicklung, die übrigens auch „vorausschauende“ ITK-Ingenieure sein könnten. Von ihren neun wesentlichen Tätigkeiten scheinen Maschinen mit der „Informations- und Computertechnik“ erst eine zu beherrschen.

Blickt man auf die Beschäftigungszahlen, sieht man wohin der Wind weht. Gegenüber den 106.453 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Ende 2015) in der Software-Entwicklung machen sich die 12.680 bei den ITK-Ingenieuren fast mickrig aus. Seit 2012 ist die Zahl der Beschäftigten bei ersteren um 29,3% gestiegen (Zuwachs aller Berufe insgesamt: 5,5%), letztere verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 8,5%.

Wenigstens beim Gehalt hat die „Hardware“ noch die Nase vorn. Das mittlere monatliche Bruttogehalt lag Ende 2015 über der Bemessungsgrenze von 5.200 Euro. Die konkrete Höhe liegt deshalb nicht vor. 2015 lag die Bemessungsgrenze um 68,6% über dem mittleren Gehalt aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (3.084 €).

Das mittlere monatliche Bruttogehalt bei Software-Entwicklern lag Ende 2015 mit 4.648 € um 50,7% über dem mittleren Gehalt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (3.084 €).

Bei beiden Berufsgruppen kann das individuelle Gehalt stark vom Mittelwert abweichen.

Sind Sie von der Automatisierung betroffen?

Machen Sie selbst den Test! Mit dem Job-Futuromat der ARD-Themenwoche finden Sie schnell heraus, wie stark Ihr Beruf von der Automatisierung betroffen sein könnte und welche Tätigkeitsbereiche Ihres Berufs möglicherweise wegfielen. Zusätzlich werden noch die Zahl der Beschäftigten und die Entwicklung der Monatsgehälter aufgelistet.

Das Recherche-Tool wurde in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesagentur für Arbeit erstellt.

Er ist zu finden unter http://job-futuromat.ard.de.

 

Denken Sie, dass auch Ihr Job gefährdet sein könnte. Diskutieren Sie mit uns und erfahren Sie alles über Jobs im Elektronikbereich auf dem Student Day der electronica.

 

electronicalogo rand rot rechts dünnDer Student Day spricht angehende Ingenieure aus ganz Deutschland an. Besonderes Highlight ist die Verleihung des COSIMA Awards, ein Studentenwettbewerb des VDE.

Futuromat (Bild: Screenshot Job-Futuromat ARD).

Der Job-Futuromat der ARD-Themenwoche zeigt die Zukunftsfähigkeit von Berufen. Ingenieurarbeit ist demnach in weiten Teilen ersetzbar. (Bild: Screenshot Job-Futuromat ARD).