electronica 2016: Die 3D-Bedienung

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Dreidimensionales Sehen wird eine Menge neuer Anwendungen für Endverbraucher, aber auch in der Automobilbranche hervorbringen. Fahrerüberwachung, Gestenerkennung oder interaktive virtuelle Realität sind nur einige davon.

Ob bei Spielekonsolen, Smartphones oder in Fahrzeugen – alternative Bedienkonzepte wie Gesichts- und Gestenerkennung sind auf dem Vormarsch. Die enorme Zunahme von Hardware-Leistung auf kleinstem Raum erlaubt auf nahezu jedem Endgerät solche rechenintensiven Anwendungen.

Der Markt ist so groß wie die Möglichkeiten. Kein Wunder, dass viele auf den Zug aufspringen und an solchen Systemen arbeiten.

So entwickeln etwa Google und Infineon (Stand A5/Stand 506) zusammen die „Soli“-Radartechnik. Google liefert die Software, Infineon den Sensor. Er arbeitet bei 60 GHz und erkennt feinste Bewegungen mit hoher Geschwindigkeit.

Im gerade erst vorgestellten Lenovo Smartphone PHAB2 versorgt dagegen der 3D-Infrarot-Bildsensorchip REAL3™ von Infineon mit der Google-Software das Gerät mit einem dreidimensionalen Abbild der Umgebung in Echtzeit. Durch Motion-Tracking reagiert es auf Positionsveränderungen, Tiefenwahrnehmung misst die Entfernung von Objekten und räumliches Lernen lässt es einmal erfasste Orte wiedererkennen.

Google kann aber auch 3D-Gestenerkennung mit Intel. Das Project Tango Smartphone greift dabei auf Intels RealSense-Kamera-Technologie zurück. Auf der electronica zu sehen bei Rutronik (Halle A5, Stand 262). Sie kombiniert eine 1080p-HD-Kamera, einen Infrarot-Laserprojektor und eine Infrarot-Kamera mit optimiertem IR-Sensor. Damit kann sie die Umgebung ähnlich wie das menschliche Auge wahrnehmen und die räumliche Tiefe sowie Bewegungen einer Person erfassen.

Das japanische Unternehmen Omron (Halle B1/Stand 575) will den Übergang zwischen automatisiertem Fahren und manueller Fahrweise sicherer machen. Dazu erkennt eine Bordkamera in Echtzeit, ob der Fahrer als fahrtauglich einzustufen ist. Kombiniert wird dazu die proprietäre Bildsensortechnik mit neuronaler Netzwerktechnik.

Grundlage ist das Human Vision Component (HVC)-Modul von Omron, das jedes eingebettete System mit Gesichts- und Gestenerkennungsfunktionen ausstatten kann. Es vereint zehn wesentliche Bilderfassungsfunktionen und eine Kamera in einem 60 x 40 mm kleinen Modul.

Die Bilderkennungs- Algorithmen werden bereits weltweit in über 500 Millionen Digitalkameras, Mobiltelefonen und Überwachungskameras eingesetzt. Zum Beispiel können damit Gesichter in 1,3 Metern Entfernung in 1,1 Sekunden erfasst, erkannt und wiedererkannt werden. Die Stimmung eines Subjekts bewertet das Modul anhand von fünf Gesichtsausdrücken.

 

 

 

gesichtserkennung (Bild: Omron)

Die Gesichtserkennung erfasst sogar Stimmungen. (Bild: Omron)