Neue Digitalwelt 2017

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Jahreswechsel sind nicht nur ideal für gute Vorsätze, es ändert sich auch tatsächlich einiges. Erfahren Sie, was für Sie wichtig werden könnte.

Das „digitale“ Jahr 2017 wartet mit einer Reihe von Neuerungen auf, die Verbraucher, Unternehmen aber auch öffentliche Verwaltungen betreffen. Der Digitalverband Bitkom hat die wichtigsten zusammengefasst.

 

1. Roaming-Gebühren ade
Ab dem 15. Juni 2017 zahlen Europäer auf Reisen im EU-Ausland für Handygespräche den selben Preis wie zu Hause. Klärungsbedarf besteht allerdings noch bezüglich der sogenannten Fair-Use-Klausel. Sie soll durch Deckelung der Roaming-Dauer verhindern, dass dauerhaft mit ausländischen SIM-Karten in Deutschland telefoniert wird.

2. TV mit DVB-T2
Ab dem 29. März 2017 kommt in allen größeren deutschen Ballungsgebieten das TV-Antennensignal über den neuen Standard DVB-T2 HD mit rund 40 Programmen „hochaufgelöst“ in die Wohnzimmer. Wer einen Flachbildfernseher besitzt, der vor 2015 vom Band rollte, kommt wahrscheinlich um die Anschaffung eines zusätzlichen DVB-T2-Receivers nicht herum. Außerdem werden Privatsender wie RTL, Sat1 oder Pro7 kostenpflichtig.

3. „Durchsichtige“ Internetverträge
Ebenfalls ab Mitte 2017 soll die kürzlich verabschiedete „Transparenz-Verordnung“ dafür sorgen, dass die Angaben im Vertrag des Breitbandanbieters der tatsächlichen Geschwindigkeit des Internetanschlusses „nahe“ kommen. Außerdem sollen Produktinformationsblätter schnell und übersichtlich über die wesentlichen Vertragsinhalte informieren. Und monatliche Rechnung zukünftig das Ende der Mindestvertragslaufzeit, die Kündigungsfrist und den letzten Kalendertag enthalten, an dem die Kündigung möglich ist.

4. Digitale Steuerbescheide
Zum 1. Januar 2017 wird die Steuerveranlagung komplett von der IT abgewickelt. Finanzbeamte greifen nur noch ein, wenn das System besondere Risiken oder nicht plausible Angaben erkennt. Der Vorteil für Steuerpflichtige: Belege müssen nur noch für etwaige Anfragen bereitgehalten aber nicht mehr ans Finanzamt gesendet werden. Außerdem verlängert sich die Frist für die Abgabe von Steuererklärungen um zwei Monate auf Ende Juli des Folgejahres– allerdings erst für den Veranlagungszeitraum 2018.

5. Mehr Förderung für Elektromobilität
Mit dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr werden ab sofort bis zum 31. Dezember 2020 vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybrids des Arbeitnehmers von der Einkommensteuer befreit. Das gleiche gilt, wenn der Arbeitnehmer eine betriebliche Ladevorrichtung zeitweise privat nutzt. Der Arbeitgeber kann auch die Lohnsteuer für geldwerte Vorteile aus der Übereignung einer Ladevorrichtung sowie für Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Erwerb und für die Nutzung einer Ladevorrichtung pauschal mit 25 Prozent zu übernehmen.

6. Online-Doktor
Dieses Jahr profitieren Krankenversicherte erstmals von telemedizinischen Leistungen: Ab April 2017 wird die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen und ab Juli 2017 die Online-Videosprechstunde in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen. Das soll die Kontaktaufnahme insbesondere bei Nachsorge- und Kontrollterminen erheblich erleichtern.

7. Zeitarbeit und Werkverträge mit Einschränkungen
Die Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes sehen ab 1. April 2017 vor, Leih- und Zeitarbeit im Regelfall auf maximal 18 Monate zu beschränken. Außerdem sollen Leiharbeitnehmer nach neun Monaten den gleichen Lohn erhalten wie die Stammbelegschaft. Danach müsste bei länger andauernden IT-Projekten das Personal vor Ablauf ausgetauscht werden.

Das klassische Vertrags- und Arbeitsrecht berücksichtigt allerdings neue Formen der Projektarbeit nicht mehr. So werden Werk- und Dienstverträge häufig als verdeckte Arbeitnehmerüberlassung gewertet und streng sanktioniert. Der Bitkom fordert deswegen, hier für die Digitalbranche verbindliche Ausnahmeregelungen zu schaffen.

8. Neue AGB für die Website
Das Verbraucherstreit-Beilegungsgesetz verpflichtet Unternehmen ab dem 1. Februar 2017 auf ihrer Webseite und in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) darauf hinzuweisen, ob sie dazu bereit oder verpflichtet sind, in Streitfällen an einem Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Auch wenn das nicht der Fall ist, müssen sie ihre Kunden online oder in den AGB darüber informieren.

9. WLAN im ICE
Ab sofort erwartet auch Bahnfahrer der zweiten Klasse im ICE ein kostenloses WLAN – allerdings wird ab einem Verbrauch von 200 Megabyte die Datenrate von einem Megabit pro Sekunde gedrosselt. Die erste Klasse darf sich über ein unbegrenztes Datenvolumen freuen.

 

 

Digitaljahr (Bild: pixabay/Gerd Altmann).

Viel Neues gibt es auch im Digitaljahr 2017. (Bild: pixabay/Gerd Altmann).