Wunsch-Arbeitgeber der Ingenieure 2017

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Ingenieure sind gefragter denn je und können sich deshalb ihre Arbeitgeber aussuchen. Wo sie ihre Brötchen am liebsten verdienen würden, zeigt eine brandaktuelle Studie.

Zwischen September 2016 und Februar 2017 nahmen rund 12.000 examensnahe Studierende der Ingenieurwissenschaften an der Befragung des Forschungsinstitutes Trendence zu Karriereplänen und Wunscharbeitgebern teil. Und das Ergebnis war eindeutig: Automobilhersteller dominieren nach wie vor die Träume der Absolventen.

Wunsch-Arbeitgeber Ingenieure 2017 (Bild: trendance)Auf den ersten vier Plätzen der beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieure liegen nach BMW und AUDI, Daimler/Mercedes-Benz und Porsche. Und auf Platz 5 mit Bosch der weltgrößte Autozulieferer. Noch im vergangenen Jahr fuhr AUDI vorne weg.

Daimler/Mercedes-Benz ist aktuell bei den Absolventen so beliebt wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr und verringert den Abstand auf die Plätze 1 und 2 deutlich. Volkswagen dagegen laboriert nach wie vor an den Nachwirkungen der Dieselgate-Affäre und verliert innerhalb von drei Jahren die Hälfte seiner Bewerber. Das Ergebnis: Rang 8.

Bei deutschen Informatikern dagegen kommt kein anderes Unternehmen gegen Google an.

Wunsch-Arbeitgeber Beratungsunternehmen

Auch Beratungsunternehmen gehören in diesem Jahr zu den großen Gewinnern im Arbeitgeber-Ranking der Ingenieure. Sie profitieren davon, dass Karriere, persönliche Entwicklung und Weiterbildung noch nie eine so wichtige Rolle gespielt haben.

So haben McKinsey auf Rang 21 und Boston Consulting Group (BCG) auf Rang 25 die Zahl ihrer potenziellen Bewerber in diesem Jahr fast verdoppelt und sind bei den Ingenieuren so begehrt wie nie zuvor.

Schlechte Bezahlung in der Forschung

Ganz anders sieht es bei den Forschungsunternehmen aus. Sie zählen zu den Verlierern bei den Ingenieuren. So fallen sowohl die Fraunhofer- (Rang 11) und die Max-Planck-Gesellschaft (Rang 41) im Ranking. Ein vergleichsweise geringes Gehalt und viele befristete Jobs halten immer mehr angehende Ingenieure von einer Bewerbung ab. Auch Medienjobs sind aktuell aufgrund schlechter Nachrichten über Stellenabbau und Gender Pay Gap wenig attraktiv.

Digitals sind Mangelware

Junge Talente mit besonders ausgeprägten digitalen Kompetenzen – ein Drittel der Ingenieure und zwei Drittel der Informatiker – sind die Führungskräfte von morgen. Neben ihren digitalen Kompetenzen haben sie überdurchschnittlich viel Auslands- und Praxiserfahrung, engagieren sich besonders für soziale oder politische Projekte und sind belastbarer und leistungsbereiter als ihre Kommilitonen. Außerdem denken sie strategischer und übernehmen viel lieber Führungsaufgaben. Es zieht sie stärker in die Selbstständigkeit oder ins Ausland. Und diejenigen, die in Deutschland arbeiten wollen, haben sehr schnell einen Einstiegsjob in der Tasche und sind weg vom Markt.

Nur wenige Branchen können Digitals deshalb für sich begeistern. Arbeitgeber aus der Logistik-, Bau- oder Konsumgüterindustrie werden meist das Nachsehen haben. Beratungen und IT-Dienstleistungen dagegen erfreuen sich eines überdurchschnittlich hohen Zuspruchs.

Selbstbewusste Gehaltserwartungen

Das erwartete Einstiegsgehalt steigt bei den Frauen in diesem Jahr weiter an, aber die Lücke zwischen dem Wunschgehalt der Männer und dem der Frauen ist weiterhin groß. 2007 verlangten Frauen sieben Prozent weniger Gehalt als Männer – heute sind es zehn Prozent. Aktuell würden Ingenieurinnen gerne 44.400 Euro verdienen, die Männer 48.600 Euro.

Parallel dazu wollen die Absolventen immer weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen. Waren die angehenden Ingenieure 2007 noch bereit im Schnitt 44,3 Stunden pro Woche zu arbeiten, so liegt die Zahl heute bei 41,9 Wochenstunden.

 

Über die Studie
Für das repräsentative „trendence Graduate Barometer 2017 – Engineering Edition“ haben zwischen September 2016 und Februar 2017 rund 12.000 examensnahe Studierende der Ingenieurwissenschaften an einer Befragung zu Karriereplänen und Wunscharbeitgebern teilgenommen. Die vollständigen Arbeitgeberrankings sind unter www.deutschlands100.de abrufbar.

 

Bewerbung (Bild: pixabay/loufre)

Auf den ersten vier Plätzen der beliebtesten Arbeitgeber deutscher Ingenieure liegen Autobauer. (Bild: pixabay/loufre).