Digitalisierung auf Knopfdruck

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Mit der Digitalisierung haben viele Unternehmen ihre liebe Müh’ und Not. Ein neuer „IoT Service Button“ soll nun unkompliziert jeden Gegenstand zum „Ding“ im Internet machen.

Eines der auffälligsten IoT-Geräte des Jahres 2016 war Amazons „Dash Button“. Mit den fünf Euro teuren „Bestellturbos“ können seither via WLAN und Amazon-Server auf Knopfdruck Windeln, Wasser und Waschmittel gekauft werden. Jedes Produkt benötigt dabei allerdings seinen eigenen Button. Schnell tauchten im Internet Hacks auf, die den batteriebetriebenen Knopf auch praktischeren Funktionen zugänglich machten, etwa um den Fernseher einzuschalten und gleichzeitig das Licht zu dimmen.

Amazon hat das Treiben scheinbar interessiert beobachtet. Denn letztes Jahr brachte der E-Commerce-Gigant mit dem „AWS IoT Button“ eine „unverknüpfte“ und frei programmierbare Version des „Dash Buttons“ auf den Markt. Der WLAN-Schalter eignet sich als Fernbedienung für Netfix, als Schalter für Philips Hue-Lampen, zum Bestellen einer Pizza, aber auch zum schnellen Weiterleiten einer Störmeldung in Unternehmen.

Digitalisierung per Klick

Ausschließlich für Businessanwendungen gedacht ist dagegen der vom Fraunhofer IML und der Deutschen Telekom entwickelte „IoT Service Button“. Er versteht sich als Nachrüstlösung für bestehende Geräte und zielt auf Anwendungen in der Logistik, in Fertigungsanlagen, Werkstätten, Baustellen oder in Krankenhäusern. Dort kann er zum Beispiel Ersatzteile bestellen, technischen Störungen melden oder das Entleeren voller Container initiieren. Ein kleines Display dient dabei als Feedback-Anzeige

Mit dem „IoT Service Button“ können per Klick Abhol-, Bestell- und Wartungsprozesse unkompliziert gestartet werden. (Bild: Telekom).

Würth Industrie Service bestellt damit zum Beispiel Schrauben, Muttern und Scheiben nach. Natürlich nicht direkt beim Anbieter, vielmehr landet der Bedarf erst im IT-System des Unternehmens, das dann alles weitere veranlasst. Aber der Mitarbeiter muss weder Zettel ausfüllen, einen Rechner bedienen oder einen Anruf tätigen.

Die Krones AG – Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränke- und Lebensmittelindustrie – hat 28 Abholstellen mit dem digitalen Knopf ausgerüstet. Ist ein Ersatzteil fertig produziert, schickt das kleine IoT-Gerät auf Knopfdruck eine Meldung an die Cloud. Sie benachrichtigt dann automatisch per SMS oder E-Mail die Logistikabteilung, das Maschinenteil abzuholen. Warte- und Liegezeiten zwischen verschieden Wertschöpfungsstufen werden so auf ein Minimum verkürzt. Außerdem ermöglicht die Einbindung in bestehende IT-Systeme eine automatisierte Übernahme und Weiterverarbeitung der Daten – mit dem Ergebnis komplett digitalisierter Prozessketten.

NarrowBand IoT aus dem Keller

Die Datenübertragung geschieht komplett unabhängig von vorhandenen Netzinfrastrukturen über das Mobilfunknetz und – wo bereits vorhanden – über NarrowBand IoT (NB-IoT) als Teil von 5G. Kleine Datenpakete werden dabei extrem stromsparend verschickt und gelangen durch die tiefe Gebäudedurchdringung auch aus Fabrikhallen oder Kellern zuverlässig an den Adressaten.

Fazit

Das Internet der Dinge bietet Unternehmen viele Möglichkeiten ihre Prozesse zu digitalisieren. Wenige sind allerdings so einfach wie der „IoT Service Button“.

 

 

 

IoT Service Button (Bild: Fraunhofer IML).

Der "IoT Service Button" löst Abläufe im Labor, am Produktionsband oder auf der Baustelle per Knopfdruck aus. (Bild: Fraunhofer IML).