IIoT-Technologien – die nächste Stufe der Digitalisierung

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– Ein Gastbeitrag von Ingo Becker –

Die Digitalisierung bringt vielseitiges Wachstum: Digitale Transformation von Unternehmen sorgt für zunehmende, globale Vernetzung von Industrien übergreifend und im Unternehmen und dessen Standorten, vor allem in der Produktion. Mehr Sensoren an Maschinen erfassen immer mehr Daten, die gespeichert, verarbeitet und den Algorithmen für künstliche Intelligenz (KI) nutzbar gemacht werden. Die IT-Industrie ist gewappnet: Aktuell werden vollintegrierte und offene Systeme bereitgestellt, die selbst komplexe Anforderungen erfüllen – neben individuellen Insellösungen für jede Unternehmensgröße.

Im Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies fassen die Industrieanalysten des amerikanischen Beratungsunternehmens die aktuellen und künftigen Trends der im digitalen Technologiebereich zusammen. Als neue Trend-Technologien sind zuletzt insgesamt acht aufgenommen worden, darunter Artificial General Intelligence, Digital Twin und Edge Computing. Bevorstehende Technologien sind unter anderem IoT Plattforms und 5G.

Gartner
Top 10 Stretegic Technology Trends

Die Top 10 Strategischen Technologie Trends lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen, entlang ihrer bedeutendsten Entwicklungen. Diese Megatrends sind besonders interessant für die fortschrittliche Unternehmensentwickler und Technologie-Vorreiter, um diese mit ihren eigenen Vorstellungen zu verknüpfen und entsprechende Einflüsse auf die eigene Geschäftsentwicklung künftig besser zu verstehen. Zu den zentralen Anwendungen gehören demnach Artificial Intelligence (AI) und Digital Technology Platforms.

Etwa 3,5 Milliarden IoT-Mobilfunkverbindungen weltweit werden im Jahr 2023 entstehen, so der aktuelle Ericsson Mobility Report (06/2018), mit einer jährlichen Wachstumsrate von 30 Prozent. Bereits seit November 2017 hat sich die Prognose aufgrund von Projekten in China fast verdoppelt.

In 2023 werden 20 Prozent des weltweiten mobilen Datenverkehrs in 5G-Netzen stattfinden. Die kommerzielle Einführung von 5G-Netzen wird noch für dieses Jahr erwartet – bis dahin zunächst in Nordamerika, gefolgt von Nordost-Asien (Japan, Südkorea) und Westeuropa.

Globale Datenübertragung mit neuen Netzen 5G und NB-IoT

Zugleich werden die ersten IoT-Netze zur industriellen Nutzung bereitgestellt. So etwa haben die Deutsche Telekom und Vodafone die vorbereitenden Tests in Europa abgeschlossen, das Narrowband IoT (NB-IoT) steht in den Niederlanden (2017), Österreich (2018) zur Verfügung. Eine Strategie für internationale Mobilität wird dringend benötigt, vor allem von global agierenden Unternehmen.

Huawei
Smart Manufacturing by Huawei

Die immense Nachfrage hat Auswirkungen: Für drahtlose Hardware-Technologien wird 2018 über die Hälfte (55%) der gesamten Produktion von Halbleiter-Komponenten für Konnektivität (connectivity ICs) zugeliefert, so die Marktanalysten von IHS Markit in ihrer aktuellen Einschätzung.

Überwindung von Barrieren, technisch in und zwischen Unternehmen sowie das Zusammenspiel in den Infrastrukturen bedeuten wichtige Schlüssel für die erfolgreiche Digitalisierung und den Ausbau des Industrial Internet of Things (IIoT).

Derzeit haben sich 197 der Fortune Global 500 Unternehmen, darunter 45 der Top 100, für Huawei als Partner für die digitale Transformation entschieden. Dabei setzt das Unternehmen aus Taiwan auf ein integriertes Angebot in unterschiedlichen IoT-Aktionsfeldern, unter anderem das System zur Einrichtung einer interkontinentalen Datenverbindung (‘Cloud Connect with Cross-Border Compliance’).

Ein Quantum Computing

Sensoren erfassen umfassend die erzeugten Daten in Produktion und Logistik, IoT-Verbindungen übertragen die Aktivitäten in Echtzeit – was kontinuierlich größere Datenmengen bedeutet. Eine Analyse von IDC zeigt, dass der Umfang zwischen von 16,1 Zettabyte (ZB) – das sind 16,1 Billionen Gigabyte – in 2016 bis zum Jahr 2020 um mehr als das 10-fache ansteigt auf dann 163 ZB. Die digitalisierte Welt der Wirtschaft steht vor einer regelrechten Datenwelle, bei der bestehende, vorgesehene Rechnerkapazitäten an ihre Grenzen geraten können.

Daher wird das Potential zur Datenverarbeitung im Zeitalter von Analytics, Vernetzung und Künstlicher Intelligenz (KI) bereits intensiv vorbereitet. Amir Faintuch, SVP und General Manager, Platform Engineering Group, Intel Corporation, spricht in diesem Zusammenhang von einer ‘Renaissance Of Compute’.

IBM
Quantum Computing – IBM

Auch IBM geht neue Wege: Bereits seit 2016 können Wissenschaftler – vor allem aus dem Bereich der Quantenphysik – bei IBM kostenlos per Cloud Computing in Quantum Computing mit bis zu 16 Quantenbits (Qubits) experimentieren. Denn Quantum Computer basieren nicht auf dem bekannten, analogen Modell des Binärcodes von Nullen und Einsen, da dieses vergleichsweise langsam ist.

Anwendungsbereiche sind solche, die bereits heute Künstliche Intelligenz einsetzen und mit herkömmlichen Prozessorleistungen an Grenzen stoßen, solche, die umfangreiche Simulationen erforderlich machen, beispielsweise Verkehrsoptimierung oder im Finanzbereich, oder umfangreiche lineare Algebra nutzen, wie in Physikwissenschaften, etwa Materialkunde, im Chemiesektor, Life Sciences und Pharma. Inzwischen sind die neuen, komplexen Supercomputer fest im Visier der Planung, da der Bedarf immens ist. Auch Google und Microsoft haben Entwicklungen mit Quantencomputern aufgenommen.

Redaktion: Ingo Becker

Ingo Becker, M.A. Publizistik,
ehem. PR-Direktor in Unternehmen für Technologie, Telekommunikation, Finanzsektor
heute Journalist / Blogger und Digitalstratege.
ib@mindrockets.com

 

Gertner Emerging Technology Hype Cycle 2017 Infographic